das Corona-Virus führt derzeit nicht nur zu massiven Einschnitten im Alltag, es bedroht auch zahlreiche Dienstleister in ihrer Existenz. Leider führt die aktuelle Verunsicherung in der Bevölkerung dazu, dass in nahezu allen Dienstleistungsbereichen Aufträge abgesagt und weniger neue Aufträge erteilt werden.
Wir möchten Sie in dieser Situation bestmöglich unterstützen und arbeiten weiterhin täglich daran, neue potenzielle Kunden für Sie zu finden. Darüber hinaus haben wir Ihnen Information zu den aktuellen Hilfsmaßnahmen des Staats zusammengestellt, mit Hinweisen wie Sie diese in Anspruch nehmen können.

Update: Die Bayerische Staatsregierung hat ein Soforthilfeprogramm eingerichtet, das sich an Betriebe und Freiberufler richtet, die durch die Corona-Krise in eine existenzbedrohliche wirtschaftliche Schieflage und in Liquiditätsengpässe geraten sind. Mehr erfahren: https://www.stmwi.bayern.de/soforthilfe-corona/

Zahlreiche Hilfsangebote wurden von der Politik bereits angekündigt, einige sind aber noch nicht in Kraft getreten. Auch die konkrete Umsetzung ist in manchen Fällen noch unklar, zumal sich die Lage fast täglich ändert. In der folgenden Übersicht stellen wir Ihnen deshalb einige Maßnahmen und Angebote vor, die geschaffen wurden, um die Auswirkungen der Krise für Sie zu mildern:

Kurzarbeit

Sollten Sie ein Unternehmen mit mindestens einem sozialversicherungspflichtigen Angestellten führen, haben Sie die Möglichkeit für wenig beschäftigte Mitarbeiter Kurzarbeit zu beantragen. So können Sie Arbeitsplätze sichern, aber gleichzeitig Ihr finanzielles Risiko senken.

Unternehmen können für diese Mitarbeiter Lohnkosten und Sozialabgaben von der Bundesagentur für Arbeit bezahlen lassen. Dort ist auch der Antrag für Kurzarbeit einzureichen.
Weitere Infos zum Thema Kurzarbeit:
https://www.arbeitsagentur.de/news/kurzarbeit-wegen-corona-virus

Steuerliche Liquiditätshilfe

Sie haben zahlreiche Möglichkeiten beim Thema Steuern in der aktuellen Situation Geld zu sparen. So können Sie zum Beispiel einen Antrag auf Steuerstundungen oder einen Antrag auf Herabsetzung der Steuervorauszahlungen stellen.

Zudem verzichten die Finanzbehörden bis zum 31.12.2020 auf Vollstreckungsmaßnahmen bzw. Säumniszuschläge, sofern Ihr Unternehmen Steuerschulden hat und von der Corona-Krise betroffen ist.

Falls Sie mit einem Steuerberater zusammenarbeiten, empfehlen wir Ihnen, sich mit diesem über Ihre Situation und Maßnahmen zur Sicherung Ihrer Liquidität zu unterhalten. Ferner finden Sie auf den Webseiten der meisten Finanzämter Informationen zu Finanzhilfen.

Corona-Schutzschild

Die Bundesregierung hat ein umfassendes Hilfsprogramm für Unternehmen und Selbstständige aus allen Branchen angekündigt. Dieses wird über die staatliche Förderbank KfW aufgelegt. Insgesamt stehen 460 Milliarden Euro an Hilfsmitteln zur Verfügung für wirtschaftlich Betroffene der Coronakrise. Bei Bedarf kann das Schutzschild um weitere 90 Milliarden Euro aufgestockt werden.

Teil des Hilfsprogramms sind Unternehmerkredite für Unternehmen, die mindestens 5 Jahre am Markt sind und Gründerkredite für Unternehmen, die weniger als 5 Jahre am Markt sind. Außerdem legt die KfW ein Sonderprogramm zur Liquiditätssicherung auf, dieses muss aber noch von der EU genehmigt werden.

Da die KfW keine eigenen Filialen hat, läuft die Beantragung über Ihre Hausbank. Auf der Webseite der KfW finden Sie alle weiteren Informationen zu diesem Thema:
https://www.kfw.de/KfW-Konzern/Newsroom/Aktuelles/KfW-Corona-Hilfe-Unternehmen.html

Maßnahmen für Solo-Selbstständige

Für Solo-Selbstständige ist aktuell ein Notfallfonds (50 Milliarden Euro) auf Bundesebene in Planung. Dieser ist bislang aber nur angekündigt worden. Konkrete Maßnahmen werden voraussichtlich in den kommenden Tagen vorgestellt.

Darüber hinaus könnten Selbstständige in der derzeitigen Situation Anspruch auf Leistungen aus einer Arbeitslosenversicherung haben, sofern sie eine solche freiwillig abgeschlossen haben. Kontaktieren Sie in diesem Fall die Bundesagentur für Arbeit und klären Sie, ob die derzeitige Situation abgedeckt ist.

Hilfsangebote auf Landesebene

Neben den bereits genannten Maßnahmen, laufen gerade zahlreiche weitere Liquiditätsprogramme auf Landesebene an:

Unternehmen in Berlin erhalten zum Beispiel bei der IBB Unterstützung: https://www.ibb.de/de/foerderprogramme/
liquiditaetshilfen-berlin.html
In Bayern hat die Landesregierung einen Liquiditätsfonds aufgelegt und zahlreiche weitere Maßnahmen angekündigt: https://www.stmwi.bayern.de/coronavirus/
Die Regierung in Nordrhein Westfalen hat ebenfalls bereits reagiert: https://www.land.nrw/sites/default/files/asset/document/20200319_massnahmenpaket_corona_final_mwide.pdf
Da sich die Lage hier sehr dynamisch entwickelt, empfehlen wir Ihnen sich für Ihr Bundesland auf der Webseite des jeweiligen Landesministeriums zu informieren.

Anspruch auf Verdienstausfall

Falls Sie sich selbst mit dem Coronavirus infiziert haben beziehungsweise eine gewisse Zeit in Quarantäne (vom Gesundheitsamt angeordnet) verbracht haben, besteht für Sie ein Anspruch auf Verdienstausfall. Wie hoch die Hilfsgelder hier ausfallen, hängt von Ihrem vorherigen Jahresverdienst ab. Wenden Sie sich hier an die örtliche Agentur für Arbeit.

Allgemeine Tipps und wichtige Kontaktdaten

Bei offenen Fragen sollten Sie auf jeden Fall Ihren Steuerberater kontaktieren. Häufig klären sich in einem solchen Gespräch bereits die drängendsten Themen.

Falls sie nicht regelmäßig die Dienste eines Steuerberaters in Anspruch nehmen, lohnt sich auch eine Kontaktaufnahme mit der Agentur für Arbeit oder dem Finanzamt. Grundsätzliche Informationen erhalten Sie zudem telefonisch unter der Hotline 030 18615 1515 des Bundeswirtschaftsministeriums.

Ebenfalls informieren die lokalen IHK und HWK fortlaufend Ihre Mitglieder über die aktuellen Entwicklungen und haben häufig eine Hotline eingerichtet.